Freitag, 17. Januar 2020

Ausbruch des Taal Vulkans 2020


Der Ausbruch

Am Sonntag, den 12.Januar 2020 war ich mit meinem Bike in der Region Nuvali unterwegs. In der Region ist unser Heim und liegt 24 Km südlich des Taal Vulkans und der Provinz Hauptstadt Tagaytay. 
Ich hörte gegen 16:00 donnern und sah in meinem Rücken Blitze aus einer Wolke hervor zucken. Ich radelte schneller, obwohl sonst der Himmel nur wenig bewölkt war. Ich wollte nicht nass werden. 
Die Wolke war braun anstatt wie üblich schwarz das war schon eigenartig. Zu hause angekommen, startete ich meinen Mac im Büro und hatte die Wolke Genau im Blickfeld. Es donnerte ständig und die Blitze kamen vom Boden her Richtung Himmel. Zugleich fiel es an zu regnen. Aber nicht Wasser, nein ein Asche- Sandgemisch kam vom Himmel herunter. Im nu war alles bedeckt wie bei uns im Winter mit Schnee. Es stank fürchterlich nach Schwefel. Dann hörten wir aus dem TV, dass der Taal Vulkan ausgebrochen sei. 


Hier von meinem Büro aus, am Sonntag 12. Januar 2020 um ca. 16:30 Uhr



Hier ein Bild vom Tatort aus Tagaytay. Mans sieht deutlich, dass der Vulkan eigentlich klein ist, aber sehr aktiv!

Die ganze Nacht über regnete es Asche vom Himmel. Um 17:00 Uhr fiel der Strom aus. Wir hatten 3 Wochen zuvor eine teure Anschaffung getätigt und einen Diesel Generator gekauft. Diesen starteten wir um 10 Uhr nachts, als der Strom ausblieb. Wir verkabelten das Haus fliegend und schlossen die wichtigsten Verbraucher an den Generator an. 
Am nächsten Morgen sah es bei uns und in der Gegend aus wie auf dem Mond! Überall Asche und Staub. TV hatten wir keines. Wir schlossen den TV erst später an den Generator an.

Die Auswirkungen

Es gab Villages, welche mit dem Verlust des Stromes auch kein Wasser mehr hatten. Unser Village (Ridgeview) verfügt über einen Notgenerator um Wasser in den Hochtank zu pumpen. Ohne diesen wäre eine Reinigung nicht möglich gewesen.


So sah es am Montag morgen um unser Haus herum aus...







  















So sahen unsere Fahrzeuge aus




























Die Folgen 

Die ganze Gegend um uns ist eine Mondlandschaft. Die Blätter der Bäume fallen ab und die Fahrzeugreifen sind blau wegen des Schwefels. Alle Leute laufen mit Masken herum. Es herrscht eine allgemeine Staubwüste. Nach einer Weile - zusammen mit Wasser - wird der Staub zu Beton und kann nicht mehr entfernt werden! Es ist wie in einem Zombie Film!
Mit zum Teil kleinen Schaufeln räumen die Leute auf. Es wird noch lange dauern bis sich die Natur erholt hat.

Der Strom blieb 4 Tage lang weg. In dieser Zeit rettete unser Generator uns viel Annehmlichkeiten, welche in Europa sonst selbstverständlich sind. 

Wir verbrannten in diesen 96 Stunden 80 Liter Leichtdiesel.

Hier unser Generator 5000 Watt


Vielen Dank Fortress!

Eine Equipe von 6 Mann halfen uns reinigen. Dies 3 Tage lang. Zuerst das Dach, welches so aussah:



Dies ist das Dach unseres Nachbars. Er hat es noch nicht gereinigt.

Tagaytay 

Ganz schlimm steht es in einer 14 Kilometer Zone um den Vulkan aus. Erdbeben zerstörten die Häuser und die eh schlechte Infrastruktur noch völlig. Einige Dörfer wurden geschlossen und die Leute müssen in Evakuierungszentren leben. Tausende auf engstem Raum wie meistens hierzulande. Viele betroffene können nichts mehr vom ehemaligen Zuhause abholen.

Die Siedlungen wurden dicht um den Vulkan herum gebaut. Eine Siedlungsplanung gibt es hier nicht und hat es nie gegeben. Daher sind bei jeder Katastrophe hier immer wieder hunderttausende Menschen ganz direkt betroffen.
Die Leute werden zwar in improvisierten Evakuationszentren untergebracht. Geld fehlt aber völlig. Der Staat ist nicht mal in der Lage die Zentren mit dem Nötigsten zu versorgen!! Betroffene stehen tatsächlich im Staub an den Strassen mit Kollekten in den Händen. Unvorstellbare Zustände für uns Europäer!



Hier die Zonen um den Vulkan Taal. Man beachte die zahlreichen Siedlungen dicht um den Vulkan. Und dies ist nicht der einzige aktive Vulkan in den Philippinen!


Man weiss auch nicht, ob noch ein grosser Ausbruch erfolgen wird. Hoffen wir es nicht. Der alberte level ist immer noch bei 4 von 5 Stufen.

Bitte nicht vergessen

An dieser Stell möchte ich mal kurz an folgendes erinnern:
Seit dankbar, dass ihr in einer behüteten Umgebung leben dürft. Strom, Wasser, saubere Luft, dass ist hier alles nicht selbstverständlich! Bei allen Problemen in der Schweiz... Wenn man den Lichtschalter dreht geht das Licht an. Das Telefon funktioniert sogar auf der Alp. Wenn ihr die Fenster öffnet kommt frische Luft herein. Um 25 Kilometer zu fahren benötigt ihr keine 5 Stunden! Sie können das Abendessen planen und die Zutaten einfach im nächsten Detailhandel einkaufen. Ihr müsst nicht zuerst schauen, was es überhaupt hat! Hier beginnen die Probleme schon vorher: Was für ein Tag ist heute? Ist es Freitag oder Samstag? Ist pay day?Das ist der 14 tägliche Zahltag! Dann kann man nämlich parkieren schon mal vergessen vergessen! Dann muss man suchen, was es hat und dann kann man das Essen planen. 








Freitag, 10. Januar 2020

Die Insel Boracay wird für 6 Monate geschlossen, wen wunderts?

In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass das "illegale" einleiten von Abwasser ins Meer der populären Insel Boracay zu einer grossen Algenplage geführt hat. Da alle Appelle selbstverständlich in s leere liefen, bleibt der Regierung nichts anderes übrig, als Boracay 6 Monate zu schliessen! Dies erfolgt ab ende April 2018. So viel ich weiss sind keine Kläranlagen geplant. Das Ganze wird sich also  wiederholen... und es wird nicht die einzige Insel bleiben...



Bild aus der Zeitung: "Manila Bulletin" vom 5.4.2018

Grasrodung

Im trockenen Sommer werden überall Grasfeuer entfacht. Diese Brandrodungen sind eigentlich illegal und der Staat ist sich der Tragweite des Problems vermutlich sogar bewusst. Dies zeigen Recherchen im Internet. Aber das heisst hier gar nichts. Die ganze Umgebung stinkt nach Rauch. Es ist eine riesige Umweltbelastung in der ganzen Gegend über Wochen. Einfach unglaublich. Interventionen aus unserer Siedlung blieben erfolglos!

Aber eben. Es ist wie auf der Strasse. Keine Tafel und keine Sicherheitslinie bewirken auch nur das Geringste! Um Fahrzeuge von einem Spurwechsel abzuhalten, gibt es nur eine einzige Methode: Betonblöcke!

Hier zwei aktuelle Beispiele aus unserer Umgebung mit einem der zahlreichen Feuer:



Die Feuer von Carmelray aus



Vom "Evoliving" Park aus



Hier am nächsten Tag. Man konnte kaum mehr Atmen in unserer Siedlung!

Hier noch ein Beispiel vom April 2018




Im Februar 2020







Man kann im Village kaum Atmen eine absolute Sauerei! Umwelt? Ein Hohn!




Und hier die neusten Beispiele vom 1. und 2. April 2020, leider kein Aprilscherz, sondern bittere Tatsache!



Eine absolute Sauerei!





Here a result of the crazy grass burning







Samstag, 4. Januar 2020

Low, low, low, die meist gebrauchte Floskel in den Philippinen


Überall und zu jeder Zeit stehen Menschen herum und brüllen ins Handy: Low, low, low. Dies ist die Abkürzung von "Hello" und wird gebraucht um im maroden, schrottreifen Handynetz einen Partner zu erreichen. Telefonieren ist hier - wie alles - nicht selbstverständlich. Die Netzte sind permanent überlastet und erreicht man mal jemanden, dann voller Nebengeräuschen. Wie schön ist es doch in Europa, wo man einfach sein Handy zückt und telefoniert. Hier ist man überhaupt nicht sicher, seinen Gegenüber erreichen zu können!
Es gibt hier hier nur 2 "namhafte" Anbieter: Globe und Smart. Die Servicewüste Philippinen lassen grüssen. Natürlich ist telefonieren auch noch teuer!

Die meistverbreitete Zahlart ist Vorauszahlung. Man kauft entweder Karten oder sogenannten eload. Um ein bisschen Geld zu sparen wird ein sogenannte Registrierung angeboten. Man kann einen gewissen Betrag per Hany registrieren lassen und dann eine beschränkte Zeit kostenlos telefonieren und Texte senden (SMS). Natürlich wird auch hier eine Schikane eingebaut. Alle 12 Minuten wird der Kontakt unterbrochen und man muss wieder neu wählen. Willkommen in der Servicewüste.

Signal hat man nur an bestimmten Orten. In unserem Haus müssen wir zum Telefonieren in den oberen Stock. Dort reicht es ganz knapp.

Das selbe gilt auch fürs Internet. Wie schon bei der Bildung so sind die Philippinen auch in der Internet Geschwindigkeit ganz am Schwanz der Welt...

Ein flat rate Abonnement kostet ein vielfaches wie in Europa und dies bei der miesen Qualität. Aber eben Die Philippinen sind ein Verkäufermarkt...