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Samstag, 29. Oktober 2016

Die Story mit dem Internet

Beim Hauskauf hatten wir uns erkundigt, ob denn Internet Anschluss vorhanden sei. Wir kamen uns dabei etwas blöd vor, denn es handelt sich hier um eine Siedlung gehobenen Standards. Die Strommasten sind alle aus Beton gegossen. Auch in der weiteren Umgebung ist das so. Die Industrie muss auch bei Sturmwind funktionieren. Die Hauseinführungen sind zwar sehr einfach aber dennoch solide. Selbstverständlich bekamen wir die Zusicherung einer Internet-Anbindung!
Als wir im Januar 2016 mit dem Ausbau starteten wollten wir wissen, wo das Kabel des Internets ins Haus geführt wird. Wir planten, ein Rohr zu verlegen. Da hörten wir doch tatsächlich, dass die gesamte Siedlung ohne Internet sei! Ich musste zuerst mal absitzen und den Schlag verdauen. Im Provisorium hatten wir ein Internet mit 2MB! zu einem horrenden Preis.
Ja lieber Leser. Da ist sie wieder die Kunden- und Service Wüste Philippinen!. Auf Schritt und Tritt wird man von ihr verfolgt und täglich findet ein weiterer Kampf statt. Das ist äusserst ermüdend.
Im Baubüro sagte man uns, dass im Februar vermutlich ein Kabel verlegt werden wird. Also warteten wir ab.
Natürlich passierte im Februar nichts! Wir wurden auf Juli vertröstet. Aus damaliger Sicht war der Einzugstermin im Mai vorgesehen. Dann wären wir über 3 Monate ohne Internet und das in einer teuren Siedlung!

Ich schrieb einen Beschwerdebrief an die Ayala Land Corporation. Das ist der grösste Landverkäufer und zugleich die grösste Baufirma der Philippinen. Nach 3 Wiederholungen gabs eine zögerliche und nichtssagende Antwort.

Im Mai war immer noch nichts Neues zu erfahren. Ich sendete nun meinen Beschwerdebrief täglich an die selben Adressen. Ohne Erfolg. Im Juni, einen Monat vor dem Eizug, stellte ich eine Schadenersatzklage in Aussicht. Ich meldete, dass wir ohne Internet das Haus nicht beziehen könnten und Ayala uns einen Ersatz zu stellen habe! Ohne Erfolg.

Unsere Recherchen ergaben, dass der eine der lediglich zwei Anbieter in den Philippinen zur Installation bereit wäre. Es handelt sich dabei um PLDT die hiesige Telefongesellschaft. Der andere Anbieter heisst Globe Telekom und war nicht für eine Installation vorbereitet. Globe gehört aber zum Ayala Konzern! Ayala stellte also Konzern Interesse vor Kunden-Freundlichkeit. Alltag in den Philippinen!

Unser Nachbar H, welcher schon seit November 2015 im Haus wohnt, geht täglich in ein Hotel mit Internet um arbeiten zu können. Ich schlug ihm vor, dass wir einen Beschwerdebrief an Ayala verfassen und diesen von möglichst vielen Eigentümern unterzeichnen zu lassen. Gesaugt getan und gesendet. Resultat: Keines.

Anfang Juni Meldete uns unser Kontraktor S, dass PLDT einen Dienst über LTE Anbietet. Dieser soll in unserer Siedlung erhältlich sei. Wir waren erleichtert. Es gab also einen Plan B und wir waren wieder etwas zuversichtlicher. Ich recherchierte den Dienst und sah folgendes: 1. Der Dienst war für maximal 10MB ausgelegt. 2. Beschränkung der Benutzer auf 5. Wir haben aber 12. 3. Zweijahresvertrag. Wenn wir dann das Kabel hätten, müssten wir viele Monate doppelt bezahlen. Und dies bei dem teuren Internet Preis hier in den Philippinen. Also wieder nichts...

Mitte Juni erfuhr unser Kontraktor S die Mailadresse der Chefin von Ayala Land Corporation. Dieser sendete ich nun die ganze Korrespondenz zu. Sie unternahm Nachforschungen und erfuhr, dass ich tatsächlich mit einem Buchverlag in Kontakt sei.
Sie versprach, dass wir noch im Juli ein 100MB Kabel zur Verfügung haben werden. Sie versprach auch, dass wir PhP 40'000.-- als Entschädigung erhalten werden. Eines vorweg: Natürlich erhielten wir diese Geld nie!

Anfang Juli, fast zeitgleich mit unserem Einzug, kam die Firma Globe Telekomm vorbei und installierte endlich ein Glasfaserkabel. Das fertige Resultat im Büro sah dann so aus:



Ich stellte Rohrreste vom Bau zur Verfügung. Sonst wäre das Glasfaserkabel einfach mit Betonklammern auf die Mauern genagelt worden :) Das ist hier Standard :)

Aber immerhin, es funktionierte nun. Meist stehen uns zwischen 30 MB und 60 MB zur Verfügung. Spät Abends sind es auch mal 80 MB. Aber es läuft nach drei weiteren Service Einsätzen nun einigermassen stabil.





Hier nun die Einführung nach einer erheblichen Nachbesserung meinerseits :). Eine Dose? Ja wo ist sie denn... Um eine solche installieren zu können müsste man schon eine von Europa kommen lassen, samt Spleisser-Team :).

Und noch eine Bemerkung. Die Philippinen verfügen über eines der langsamsten Backbone Netze Weltweit! Entsprechend gestaltet sich auch der Internationale Netzverkehr. Immer wieder stockt ein Video und man muss es möglichst vorgeladen. Unglaublich, aber nicht verwunderlich wenn man das Stromkabelnetz im Lande sieht. Ein unglaubliches Durcheinander . Tausende von Kabelresten hängen an den Masten. Es wird niemals entfernt. Da nützt es nur bedingt etwas, dass die Verkabelung in unserer Wohnregion recht gut verlegt ist, denn das Signal muss ja auch noch Manila erreichen :(