Dienstag, 23. Juni 2020

Essen in den Philippinen


Lieber Leser, Sie mögen sich fragen warum die philippinische Küche in der Gastrowelt keine Rolle spielt. Anders als die Küche aus Thailand zum Beispiel, welche weit verbreitet und beliebt ist.

Ich kann Ihnen genau sagen, warum das so ist. Essen in den Philippinen hat einen anderen Zweck als etwa die europäische oder eben thailändische Küche. Sogar China liegt eindeutig weit vor der philippinischen Küche.
Nun in unserem Kulturkreis geht es darum, Essen möglichst verfeinert und schmackhaft zuzubereiten. Das Angebot an Zutaten ist schlicht riesig und in sehr guter Qualität überall verfügbar.
Entsprechend ist denn auch das Ergebnis, welches Gastronomie zum Erlebnis der Sinne macht.

Ganz anders in den Philippinen. Hier geht es darum, möglichst günstig die hungrigen Mäuler zu stopfen! Alles andere ist reiner Luxus hier. Immer derselbe, geschmacklose weisse Reis dazu ein ganz klein wenig Fleisch (meist Geflügel) ganz wenig Sojasauce fertig! Mini Portiönchen.
Da gibt es zum Beispiel eine Spezialität des Landes das nennt sich: "Crispy Pata" welches eigentlich Osso Bucco sein sollte. Aufgetischt werden reine Knochen, mit ganz wenig Fleischresten. Als uns dies das erste Mal aufgetischt wurde, sagte ich dem Kellner, er solle doch bitte diese Hundeknochen entfernen. Das meldete sich der Bruder meiner Frau und meinte er habe dies bestellt das sei Crispy Pata!

Gemüse gibt es wenig und wenn dann eigene Sorten. im Flachland wächst absolut nichts. Ein bekannter hat mal Rüebli gesät. Sie wurden höchstens 2 cm lang!
Gemüse kommt ausschließlich aus einer Bergregion. Deshalb kostet Gemüse mehr als in der Schweiz! Relativ günstig ist Fleisch. Aber eben, die Qualität für uns Europäer lässt zu wünschen übrig! Eine Eigenart hier ist auch, dass fetthaltiges Fleisch teurer ist als die raren Filets. Die Philippinen essen nicht nur süss, sondern auch sehr fettig!
Es kommt nicht von ungefähr, dass 63% aller über 50 jährigen an Diabetes leiden!

Crispy Pata, wie soll da jemand satt werden!


















Verwendet wird immer das ganze Tier. Man kann Fischköpfe, Schweineköpfe, Klauen und Hühnchen Füsse kaufen. Alles wird gekocht und serviert. Hauptsache billig. Voila das ist die simple Erklärung Ursache wie alles hier: Armut!

Dazu getrunken wird hier in Massen süsser IceTea!

Fischköpfe werden gekocht und verspeist



Hier ein anderes beliebtes Menü
Etwas besser sind die Desserts. Es gibt 1000 verschiedene Süssspeisen alle auf Klebreis basierend. Kennt man eine, kennt man alle! Gleich ob Lila, schwarz, braun, rot oder grün. Es schmeckt alles gleich. Da gibt es noch die Lila Erdäpfelknolle. Sie heisst hier "Ube" und dient also unzähligen Süssspeisen als Grundlage. Was ich persönlich sehr gerne mag ist Lecheflan. Ein Pudding aus Eiern und Zucker. Der ist gut!




Leche flan schmeckt gut

Als Europäer geht man besser in eine Gegend, welche sehr gut erschlossen ist. Dort hat man wenigstens Restaurants, welche geniessbaren Food servieren. Was aber Europäisch aussieht oder tönt ist bei Weitem nicht so. Höchstens die Uniformen alles andere ist Philippinisch Europäisch und das ist ein grossen Unterscheid, glauben Sie mir.




So sind zum Beispiel die Spaghetti stark gesüsst! Philippino style heisst dies hier. Sie finden nirgends in den Lebensmittelgeschäften ungesüsste Spaghettisauce! Das Brot ist überall süss! Sogar im McDonalds! Kuchen ist ungeheuer süss! Es gibt wenig Auswahl in den Läden. Sämtliche Torten sind mit einer Fettcrème bestrichen und gefüllt. Bei der Sorte Schokolade sind zwar die Torten braun aber von Schokolade weit entfernt! Das ist alles aromatisiert und gefärbt.

Das Nationaldessert heisst: Halo Halo. Es besteht aus 90% Eis und ein ganz wenig Glace. Dazu werden Süssbohnen und das allgegenwärtige grell gefärbte geschmacklose Geleearten. Manchmal hats noch Maiskörner und ein paar Bananerädchen dabei. Dafür kostet es fast nichts. Aber ich ziehe eine Icecrème eindeutig vor!



Übrigens sind die Lebensmittelpreise in den letzten 5 Jahren erheblich gestiegen! Als 4 Köpfige Familie benötigen wir heute bis zu 4'000 US Dollar pro Monat für den Lebensunterhalt mit einem Haus! Darin eingerechnet auch die monatlichen Reparaturen. Dazu habe ich aber einen eigenen Blog geschrieben!
Alternativ können Sie natürlich auf eine Insel ziehen und von Reis und Fisch leben. In der zivilisierten Umgebung aber sind die Preise mittlerweile sehr hoch!


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