Unser täglicher fight hier in den Philippinen
Ja, der Alltag hier ist wirklich ein Kampf. Man spürt, dass es hier bei vielen rein ums Überleben geht.
Nun zu uns... Nachdem wir endlich eine Kaffeemaschine aus der Schweiz erfolgreich importieren konnten, finden wir nun fast keine Kaffeebohnen hierzulande. Es gibt gemahlenen Kaffee und in den Läden auch minderwertige Bohnen, welche für eine Espresso Maschine nicht geeignet sind. Im Kaufhaus S&R fanden wir eine akzeptable Qualität zu einem akzeptablen Preis. S&R entspricht in etwa unserer "Prodega" in der Schweiz. Es benötigt eine Karte für den Einkauf. Neulich wollte ich ein Paket Kaffee nachkaufen und stand vor einem leeren Gestell! Eine Nachfrage ergab vorerst mal das meistverwendete Wort in den Philippinen: Sorry Sir! No Stock. Natürlich weiss hier niemand ob und wann wieder Kaffee eintrifft. Welcome in the Philippines! Unser Kaffee wird nun - wie so vieles - wieder zum Evaluations-Projekt.
Übrigens, unsere Delonghi Cappuccino Maschine kostete in der Schweiz CHF 500.--. Hier in den Philippinen kostet das genau gleich Modell CHF 2'200. Niemand kann uns sagen, warum der Preis hier derart hoch ist. Wie war das mit der Servicewüste?
Seit Ende November ist hier in der Region - quasi vor unserer Hautür - eine Lichtshow installiert. Obwohl die Show zwar schön aber nichts wirklich besonderes ist, zieht es tausende Leute an. Viele kommen den weiten Weg extra von Manila hierher und machen die ruhige Gegend zur Verkehrshölle!
Zudem sind die Malls überschwemmt von Leuten meist aus bescheidenen Verhältnissen aus Manila. Umfallen kann man nicht. Man hat dazu gar keinen Platz. Es gingen mir Gedanken vom biblischen Heuschreckenschwarm durch den Kopf. Für Europäer das nackte Grauen.
Uns bleibt nichts anderes übrig, als den ganzen Dezember Abends zu Haus zu bleiben. Und dies bis am 7. Januar 2018.
Wie ich schon sagte, es ist täglich ein Kampf. Zum guten Glück ist unsere Subdivision abgeriegelt. Das gibt uns etwas Ruhe und der Verkehr bleibt vor der Tür. Aber nicht alle hier können sich derart zurückziehen!
Ich hatte mir vor einem Monat einen Quadcopter bestellt und bezahlt. Die Firma heisst RC-Moment. Der Quadcopter wurde prompt geliefert, kam aber nie an. Nachforschungen ergaben, dass das gute Stück vom Zoll (Custom) festgehalten wird. Nicht aber warum. Ich verlor schon mal eine Sendung durch den Custom und die Story startete genau gleich. Man kann sich ja vorstellen, was damit passierte. Letztes Mal bekam ich durch Aliexpress das Geld zurück. RC-Moment bisher nicht.
Ich beschloss zu kämpfen und bombardierte den Zoll mit täglichen eMails. Mal kam eine Standardfloskel zurück und meist gar nichts.
Gestern nun beschlossen wir, dass Minda (unsere Haushaltshilfe) nach Manila fährt um direkt vor Ort nachzufragen. Natürlich musste sie stundenlang anstehen, das ist hier absolut normal. Hier wird angestanden: Beim Einkauf, bei der Bezahlung von Rechnungen, an den Kassen und überhaupt grundsätzlich überall!
Minda bekam zur Auskunft, dass der Custom das Paket nicht ausliefert, weil mein Name nicht draufsteht! Die Sendungsnummer konnte ich aber belegen und dort stand mein Name und unsere gesamte Adresse drauf und dies ist ein Einfamilienhaus! Minda musste wieder nach Hause fahren und für mich ist der Quadcopter verloren. Its more fun in the Philippines, aber nur möglichst weit weg!
Minda beobachtete übrigens, dass ein Deutscher nahe dem Nervenzusammenbruch weinte, weil man ihm den TV für Weihnachten nicht aushändigte. Das ist der Behördenwahnsinn hier in den Philippinen. Absolut unhaltbare Zustände!
Heute war Minda noch nach Calamba gefahren, um unsere Grundstücksteuer zu bezahlen. Müssig zu erwähnen dass sie dies nur nach stundenlangem Anstehen tun konnte. Vielen Dank Minda!
Ihr wollt noch etwas Positives lesen? OK, kann ich verstehen.
Uns geht es trotz all den schlechten Erfahrungen relativ gut. Solange man nichts von Behörden haben muss ist es ganz ok. Aber eben nur dann...
Es grüsst Euch Alle Euer Rolf Sigrist