Ausbruch des Taal Vulkans 2020
Der Ausbruch
Am Sonntag, den 12.Januar 2020 war ich mit meinem Bike in der Region Nuvali unterwegs. In der Region ist unser Heim und liegt 24 Km südlich des Taal Vulkans und der Provinz Hauptstadt Tagaytay.
Ich hörte gegen 16:00 donnern und sah in meinem Rücken Blitze aus einer Wolke hervor zucken. Ich radelte schneller, obwohl sonst der Himmel nur wenig bewölkt war. Ich wollte nicht nass werden.
Die Wolke war braun anstatt wie üblich schwarz das war schon eigenartig. Zu hause angekommen, startete ich meinen Mac im Büro und hatte die Wolke Genau im Blickfeld. Es donnerte ständig und die Blitze kamen vom Boden her Richtung Himmel. Zugleich fiel es an zu regnen. Aber nicht Wasser, nein ein Asche- Sandgemisch kam vom Himmel herunter. Im nu war alles bedeckt wie bei uns im Winter mit Schnee. Es stank fürchterlich nach Schwefel. Dann hörten wir aus dem TV, dass der Taal Vulkan ausgebrochen sei.
Hier von meinem Büro aus, am Sonntag 12. Januar 2020 um ca. 16:30 Uhr
Hier ein Bild vom Tatort aus Tagaytay. Mans sieht deutlich, dass der Vulkan eigentlich klein ist, aber sehr aktiv!
Die ganze Nacht über regnete es Asche vom Himmel. Um 17:00 Uhr fiel der Strom aus. Wir hatten 3 Wochen zuvor eine teure Anschaffung getätigt und einen Diesel Generator gekauft. Diesen starteten wir um 10 Uhr nachts, als der Strom ausblieb. Wir verkabelten das Haus fliegend und schlossen die wichtigsten Verbraucher an den Generator an.
Am nächsten Morgen sah es bei uns und in der Gegend aus wie auf dem Mond! Überall Asche und Staub. TV hatten wir keines. Wir schlossen den TV erst später an den Generator an.
Die Auswirkungen
Es gab Villages, welche mit dem Verlust des Stromes auch kein Wasser mehr hatten. Unser Village (Ridgeview) verfügt über einen Notgenerator um Wasser in den Hochtank zu pumpen. Ohne diesen wäre eine Reinigung nicht möglich gewesen.
So sah es am Montag morgen um unser Haus herum aus...
So sahen unsere Fahrzeuge aus
Die Folgen
Die ganze Gegend um uns ist eine Mondlandschaft. Die Blätter der Bäume fallen ab und die Fahrzeugreifen sind blau wegen des Schwefels. Alle Leute laufen mit Masken herum. Es herrscht eine allgemeine Staubwüste. Nach einer Weile - zusammen mit Wasser - wird der Staub zu Beton und kann nicht mehr entfernt werden! Es ist wie in einem Zombie Film!
Mit zum Teil kleinen Schaufeln räumen die Leute auf. Es wird noch lange dauern bis sich die Natur erholt hat.
Der Strom blieb 4 Tage lang weg. In dieser Zeit rettete unser Generator uns viel Annehmlichkeiten, welche in Europa sonst selbstverständlich sind.
Wir verbrannten in diesen 96 Stunden 80 Liter Leichtdiesel.
Hier unser Generator 5000 Watt
Vielen Dank Fortress!
Eine Equipe von 6 Mann halfen uns reinigen. Dies 3 Tage lang. Zuerst das Dach, welches so aussah:
Dies ist das Dach unseres Nachbars. Er hat es noch nicht gereinigt.
Tagaytay
Ganz schlimm steht es in einer 14 Kilometer Zone um den Vulkan aus. Erdbeben zerstörten die Häuser und die eh schlechte Infrastruktur noch völlig. Einige Dörfer wurden geschlossen und die Leute müssen in Evakuierungszentren leben. Tausende auf engstem Raum wie meistens hierzulande. Viele betroffene können nichts mehr vom ehemaligen Zuhause abholen.
Die Siedlungen wurden dicht um den Vulkan herum gebaut. Eine Siedlungsplanung gibt es hier nicht und hat es nie gegeben. Daher sind bei jeder Katastrophe hier immer wieder hunderttausende Menschen ganz direkt betroffen.
Die Leute werden zwar in improvisierten Evakuationszentren untergebracht. Geld fehlt aber völlig. Der Staat ist nicht mal in der Lage die Zentren mit dem Nötigsten zu versorgen!! Betroffene stehen tatsächlich im Staub an den Strassen mit Kollekten in den Händen. Unvorstellbare Zustände für uns Europäer!
Die Siedlungen wurden dicht um den Vulkan herum gebaut. Eine Siedlungsplanung gibt es hier nicht und hat es nie gegeben. Daher sind bei jeder Katastrophe hier immer wieder hunderttausende Menschen ganz direkt betroffen.
Die Leute werden zwar in improvisierten Evakuationszentren untergebracht. Geld fehlt aber völlig. Der Staat ist nicht mal in der Lage die Zentren mit dem Nötigsten zu versorgen!! Betroffene stehen tatsächlich im Staub an den Strassen mit Kollekten in den Händen. Unvorstellbare Zustände für uns Europäer!
Hier die Zonen um den Vulkan Taal. Man beachte die zahlreichen Siedlungen dicht um den Vulkan. Und dies ist nicht der einzige aktive Vulkan in den Philippinen!
Man weiss auch nicht, ob noch ein grosser Ausbruch erfolgen wird. Hoffen wir es nicht. Der alberte level ist immer noch bei 4 von 5 Stufen.
Bitte nicht vergessen
An dieser Stell möchte ich mal kurz an folgendes erinnern:
Seit dankbar, dass ihr in einer behüteten Umgebung leben dürft. Strom, Wasser, saubere Luft, dass ist hier alles nicht selbstverständlich! Bei allen Problemen in der Schweiz... Wenn man den Lichtschalter dreht geht das Licht an. Das Telefon funktioniert sogar auf der Alp. Wenn ihr die Fenster öffnet kommt frische Luft herein. Um 25 Kilometer zu fahren benötigt ihr keine 5 Stunden! Sie können das Abendessen planen und die Zutaten einfach im nächsten Detailhandel einkaufen. Ihr müsst nicht zuerst schauen, was es überhaupt hat! Hier beginnen die Probleme schon vorher: Was für ein Tag ist heute? Ist es Freitag oder Samstag? Ist pay day?Das ist der 14 tägliche Zahltag! Dann kann man nämlich parkieren schon mal vergessen vergessen! Dann muss man suchen, was es hat und dann kann man das Essen planen. 



























